So fing alles an

Das alte Wappen des PCC

1963 gründeten Sportfreunde des damaligen Sportverein Traktor Pessin und weitere Pessiner Narren eine närrische Vereinigung um in den Wintermonaten den Sportfreunden des Sportvereines eine zünftige Heimstätte zum Feiern und gemütlichen Beisammensein zu geben. Jedoch feierten die Sportsfreunde auch schon früher. Denn seit der Gründung des Sportvereins 1956 luden die Sportfreunde neben dem Silvestertanz auch zu Faschingsfeiern in Form von kombinierten Kostüm- oder Kappenfesten ein. Bis Mitternacht galt es dann stets die besten Verkleidungen mit Preise zu honorieren.
Im Herbst 1966 schließlich erfolgte unter dem Namen Pessiner Carneval Club "Rot-Weiß" mit Elferrat und allem was sonst noch dazu gehört die endgültige Trennung von nunmehr "Blau-Weiß" (aus dem SV Traktor Pessin wurde 1966 die BSG Blau-Weiß Pessin, seit 1990 SG Blau-Weiß Pessin e.V.) und die Gründung eines selbständigen Vereins für die Narrengesellschaft von Pessin. Die Liste der Gründungsmitglieder des PCC liest sich wie das damalige Who is Who der BSG Blau-Weiß Pessin unter ihnen Arthur Kindler, Gerhard Hellwig, Helmut Krienke, Ewald Kufeld, Dieter Lange, Peter Riegler, Alfred Weger, Wilhelm und Gisela Hein sowie Erich Ferchland und Achim Rabe. Damals beschränkte man sich jedoch noch auf die "Drei Tollen Tage" im Februar, an Karneval im November dachte man erst später.

 

Teddys, Prinz, Präses & Co

Schlüsselübergabe 1967

Der Erste Gerhard Hellwig und der Schlüssel - in Hintergrund vermutlich die "Teddys"

Erster Sitzungspräsident (Präses) und Klubvorsitzender war von 1966 bis 1972 Gerhard Hellwig. Er musste als Sitzungspräsident nicht nur durch die Gäste durch das Sitzungsprogramm führen, sondern durfte auch die Arbeit es Elferates, dessen Mitglied und Präses er ja war, und zwölf weiterer Mitglieder im Rahmen der Klubführung koordinieren.
Erstes Prinzenpaar war seiner Zeit Ihrer Lieblichkeit Eveline 1. (Eveline Linke) und Seine Tollität Ewald der 1. (Ewald Kufeld).
Was heute Christian Goßman und seine Jungs von der Mobile-Discothek "XXL" sind, waren zu Beginn des närrischen Pessiner Vereinsleben die Kapelle "Teddys" unter der Leitung von Gerhard Bembenek. Sie sorgt für die musikalische Umrahmung der "Drei Tollen Tage". Livemusik einen ganzen Abend lang, eine Tatsachse die man sich heute kaum mehr vorstellen kann. Sicherlich nicht als Pausenfüller für die „Teddys“ bildete sich das Männergesangstrio. Dies waren Hugo Kramer. Alfred Weger und Willy Oellermann, welche auch als „Sänger vom Verein“ in die Annalen des PCC eingingen.
Die Funkengarde, auch "Luchfunken" genannt, sorgte mit ihren Marsch- und Tanzdarbietungen für eine schöne Umrahmung des Musikprogramms. Die Leitung hatte Gisela Hein, noch heute wird wohl so manch ein Luchfünkchen von damals mit ihrer Leiterin ihren Körper im Takt der Musik fithalten. Jedoch heute bei den "Blau-Weißen" wo Gisela Hein heute die Abteilung Freizeit- und Erholungssport leitet und 2009 in der Kategorie "Aktiv im Sportverein ab 60" im Rahmen der Auszeichnung zum „Sportler des Jahres 2008 im Havelland“ geehrte wurde.
Die ordnungsgemäße Begleitung der Büttenredner und andere närrischer Künstler durchs närrische Volk lag in der Obliegenheit der Saalpolizisten. Die ersten zwei Vertreter diese närrischen Zunft waren Gerhard Hackenholz und Erwin Linke. Zu den Aufgabe der Saalpolizei gehörte auch die närrische Verhaftung einzelner Bürger zu der so mach närrische spaßige Angelegenheit an Anlass bot.
Was fehlte noch für eine zünftige Karnevalsfeier? Zum Beispiel eine Bütt, selbige fertigte kostenlos in Form einer Halbtonne der spätere „Hofbaumeister“ des Vereins Heinz Modrack. Er gilt somit als der Vater des PCC-Vereinssponsoring. Was dann noch fehlte wie Aufbauten wie ein Kappellenpodest, eine Aufgangstreppe zur Bühne, zwei Sitzreihen bzw. das Präsidium auf der Bühne für den Elferrat und das Prinzenpaar sowie ein Gefängnis aus Holzlatten wurde in Eigenregie des Vereins hergestellt und im Saal des damaligen Veranstaltungsort der Gaststätte Schwarzlose (vormals Gasthaus August Bendt) aufgebaut.
Besonders ausgezeichnet hat sich in dieser Zeit durch die Wahrung seines organisatorischen Überblicks und bei der Regelung des Kartenvorkaufs Arthur Kindler. Schließlich galt des den Kartenverkauf für ca. 85 Personen am Freitag du Samstag zu regeln, die Begeisterung für die Veranstaltung war riesig und der Run auf die Karten ebenso. Gunter Eppler stand den Cheforganisator Arthur Kindler als Kassierer die ersten Jahre zur Seite. Nur wenige Karten galt es an der Abendkasse noch an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Die ersten „Drei Tollen Tage“ waren ein voller Erfolg und allen war klar im nächsten Jahr geht’s weiter! Ein Tradition die nun über vierzig Jahre anhält.

 

Die wilden Siebziger

Die 1970iger waren nicht nur weltpolitisch geprägt von Umwälzungen, auch närrisch veränderte sich in Pessin einiges. Die fünfte Jahreszeit mit Schlüsselübergabe seitens des Bürgermeisters an das Prinzenpaar setzte sich nach und nach durch. Und mit dem Umzug vom alten Saal der Gaststätte Schwarzlose ins neu erbaute Kulturhaus der LPG in der 1971/72er Session konnte das Platzangebot für Sitzungsbesucher mit ca. 150 Sitzplätzen fast verdoppelt werden. Der Umzug bedeutete viel Arbeit, schließlich mussten fast alle Aufbauten komplett erneuert werden. Eine Aufgabe für den „Hofbaumeister“ welcher er sich verantwortungsbewusst stellte und dankt so mach einer sozialistischen Methode zur Zufriedenheit aller Beteiligten und ohne großen Kostenaufwand für den Verein erledigte. Durch die höheren Einnahmen dank des größeren Sitzplatzangebotes und den ersten vereinzelten Zuschüssen örtlicher Betriebe und Institutionen konnte der Verein fast kostendeckend wirtschaften, zu mindestens waren die Ausgaben für die Veranstaltungen und die Kostümkosten für die Funken abgedeckt. Mit 1976/77er Session hatte man genügend Ersparnisse zusammen um den Elferrat erstmalig mit einem einheitlichen rot-weißen Jackett dank den Schneider- und Besorgungskünsten des Schneiders im Nauener Ortsteil Berge auszustatten.
Die närrische Kunst entwickelte sich in den Siebzigern auch weiter. Neben einer zweiten Funkentanzgruppen erschienen nun auch die „Sänger aus der Bütt“ (Gisela Hein, Monika Kufeld, Christine Ferchland, Marion Matychowiak und Klaus Linke) sowie „Vater & Sohn“ (Arthur Kindler & Tochter Heidrun) und später „Paul & Pauline“ (Arno Plümecke & Heidrun Stahnisch) auf den Brettern die das närrische Leben in Pessin bedeuteten. 1978 kam unter der Leitung von Rita Plümecke ein weiterer Highlight der folgenden Sitzungsjahre hinzu. Wilhelm Goßmann, Ewald Kufeld, Gerhard Ferchland, Bernhard Plümecke, Heinz Graf und Klaus Krone waren die Ersten, die dem neu gegründeten Männerballett ihr Profil gaben

Die Achtziger

Auf den Straße der Weltstädte regierte in den Achtzigern der Punk und Pop, "No Future" lautet das Motto einer ganzen Generation und in Pessin? In Pessin hieß auch weiterhin das Motto „Pessin – Helau“ und was Herbert Grönemeyer 1986 in seinem Lieb „Kinder an die Macht“ forderte war in Pessin schon lange passiert. In Pessin regierte die Jugend, im Elferrat fand ein Generationenwechsel statt. Langjährige zum Teil Gründungsmitglieder wie Wilhelm Hein, Helmut Krienke, Ewald Kufeld, Peter Pupke, Konrad Rojahn und Arno Plümecke um nur einige zu nennen, gaben die Verantwortung in der Hand der Jüngeren nicht selten in die Hand ihrer Söhne. Die Zahl der Mitwirkende wuchs proportional zum Bekanntheitsgrad in der Region. In Dallgow, Dreetz, Groß-Behnitz, Haage, Markee, Neustadt (Dosse), Paulinenaue, Ribbeck, Schönermark, Wachow und Wagenitz konnte man sehen wie närrisch man sein kann am Großen Havelländischen Hauptkanal, es muss halt nicht immer Mainz, Köln oder Düsseldorf sein.